Domenico Madile, Baumeister und Visionär in Bruneck um 1900-1930 –  Inventarisierung seines Nachlasses – 2022

Inventarisierung Madile Nachlass 2022

Domenico Madile (1874 Gemona del Friuli – 1946 Bruneck), seit 1880 in Bruneck ansässig, hat in den Jahren um 1900 und 1930 durch seine Jugendstil-Bauten das Brunecker Stadtbild maßgeblich geprägt (Villa Romeo-Madile, Villa Santer, Villa Rabensteiner, Villa Madile). 1902 eröffnete er eine Kunststein- und Ziegelfabrik in Olang und gründete eine Bauunternehmung.

Insbesondere muß man Domenico Madile als „Visionär“ bezeichnen, da er z.B. 1921 eine große „Sommerfrische-Anlage“ im Osten Brunecks geplant (eine Parkanlage mit Teich, diversen Ferien-Villen und Hotels) und sogar eine Sessellift-Anlage vom „Sternwaldele“ bei Bruneck bis auf den Kronplatz konzipiert hat. Außerdem gibt ist Pläne für eine Hotelanlage am Kühbergl, nördlich von Waldheim. Die schwierige ökonomische Situation und der ausbleibende Tourismus in den Nachkriegsjahren haben aber diese visionären Vorhaben vereitelt.

Im März 2018 erfolgte ein Treffen der Enkelin des Baumeisters, der Historikerin Dr. Margit Santer, mit Stadtarchivar Andreas Oberhofer und Harald Steiner. Alle 3 waren der Meinung, daß der Nachlass von Domenico Madile für die Kultur- und Architekturgeschichte unserer Stadt wichtig ist. Die Nachlass-Akten (im Besitz von Margit Santer, mit vielen wunderschönen, z.T. kolorierten Plänen und Visionen) erstrecken sich über den Zeitraum von ca. 1890 bis 1930 und befinden sich im Stadtarchiv Bruneck als Dauerleihgabe.  

Der erste erforderliche Schritt war die Inventarisierung des Madile-Nachlasses, welche vor einigen Jahren von der Archivarin Frau Dr. Ingrid Facchinelli / Bozen begonnen wurde. Frau Dr. Facchinelli hat im Juli – Oktober 2022  die Inventarisierung beendet. Unser Verein bezahlt die entsprechenden Spesen und hat dafür von der Stadtgemeinde Bruneck und von der Stiftung Sparkasse  Beiträge erhalten. In der Folge ist eine wissenschaftliche Aufarbeitung des „Madile-Archivs“ vorgesehen, mit Ausstellung, Publikation usw., als Kooperationsprojekt zwischen Architekturgeschichte-Experten, Frau Dr. Margit Santer, dem Stadtarchiv Bruneck und unserem Verein.

Führung durch den Waldfriedhof Bruneck am 23.10.2021

Durch Gerda und Othmar Oberhammer (©Foto: Tourismusverein Bruneck)

Bunkerwanderung in Montal am 23. August 2019

Bunkerwanderung in Montal 2019

Führung: Heinrich und Richard Niedermair (Besitzer und Restauratoren des Bunkers), 25 Teilnehmer. Der – vorbildlich restaurierte – Bunker Nr. 10 am Eingang des Gadertales wurde 1940 vom Mussolini-Regime erbaut (als Teil des sog. „Vallo Alpino del Littorio“). Im Bunker befinden sich mehrere, z.T. größere Räume bzw. Kasematten, lange, tiefe Treppen, Licht- und Telefonanlagen, Wasserleitungen, Maschinengewehrpostationen u.v.m.

Info-Tafel beim J.G.-Mahl Brunnen unterhalb des Waldfriedhofs – Juni 2021

Infotafel J.G. Mahl Brunnen Waldfriedhof 2021

Diese Info-Tafel – identisch mit den 4 Tafeln bei den Brunecker Bildstöcken – wurde von unserem Verein angefertigt. Den Text (über Johann Georg Mahl, der 1870 den Stadtverschönerungsverein Bruneck gegründet hat) hat erneut Stadtarchivar Andreas Oberhofer erstellt, die italienische Übersetzung Marco Pellizzari, der auch den englischen Text organisiert hat. Die Tafel wurde im Juni 2021 von Arbeitern des städtischen Bauhhofs Bruneck aufgestellt. Bezahlt wurde sie von der Fraktion Bruneck. Nur einen (!) Tag nach der Aufstellung haben Vandalen die Infotafel gewaltsam von der Metallstele heruntergerissen!  Der Schlosser Josef Schwärzer hat dann, wenig später, die Infotafel kostenlos wieder angeschweisst.